Wir brauchen Verbündete im gesellschaftlichen Dialog über das Grundeinkommen

Etwas befremdlich mutet es an, wenn die Demokratie im Losverfahren entwickelt werden soll. Aber die alten Griechen haben das kultiviert, die neuen Iren haben damit gute Erfahrungen, und der Verein “Mehr Demokratie” organisiert so etwas gerade in Leipzig. Also schauen wir im Arbeitskreis Grundeinkommen Hannover, ob es unserer Sache dient, wenn wir den gesellschaftlichen Dialog mit diesen Methoden bereichern können. Dazu dokumentieren wir hier den intern per Mail mitgeteilten Stand der Beratung:

Liebe Leute,

wir haben zu Fünft im Haus der Jugend einige Vorschläge für eine große Veranstaltung gesammelt. Sie soll einem übergeordneten Ziel dienen, indem sie den Auftakt bildet für eine neue Form der Bürgerbeteiligung an demokratischen Prozessen. Wir wollen in Hannovers Nordstadt den gesellschaftlichen Dialog zum Thema Bedingungsloses Grundeinkommen organisieren.  

Dazu brauchen wir natürlich Verbündete. In den kommenden Wochen suchen wir unter anderem Kontakt zu Wissenschaftlern, die Interesse an der Begleitung dieses Projektes haben. Außerdem sprechen wir Organisationen an, die ähnlich wie wir für die Entwicklung der sozialen Gesellschaft eintreten und Interesse an der Frage haben, ob und wie das Grundeinkommen diesem Ziel dienen kann.

Grob gesagt ist das die Frage, die wir im Gesellschaftsdialog aufwerfen wollen. Dafür orientieren wir uns an der irischen Erfahrung mit der Lösung für schwierige politische Fragen. Dort haben sich ausgeloste Frauen und Männer darauf eingelassen, gründlich über Themen wie “Aufhebung des Abtreibungsverbotes” und “Zulassen der Homoehe” zu beraten. Ihre Empfehlungen wurden in Referenden zur Verfassungsänderung umgesetzt. Die Wochenzeitung Die Zeit hat darüber ausführlich berichtet.

Der Verein Mehr Demokratie e.V. schafft es gerade, mit ausgelosten Bürgerinnen und Bürgern in Leipzig einen “Bürgerrat” ins Leben zu rufen, der sich mit den aktuellen Problemen der demokratischen Entwicklung befasst. Dieses spannende Projekt kann zeigen, dass solche gesellschaftlichen Ratschläge auch in Deutschland organisierbar sind.

Manja, Matthias, Frauke und Suat zeigen das Banner der internationalen Basic Income Week, die immer in der 38. Woche eines Jahres organisiert wird.

Wir treffen uns wieder am Dienstag, 8. Oktober, um 18:30 Uhr im Haus der Jugend, wo wir gute äußere Bedingungen für eine große Veranstaltung vorfinden. Wir sammeln weiter Ideen für ein Kulturprogramm und die anregende Debatte um das BGE.

Und natürlich sehen wir uns am Freitag, bei den Demonstrationen für Klimaschutz in der Innenstadt und beim Stammtisch im Cafe Konrad, Beginn 18 Uhr. Dort berichtet Manja über die internationalen Aktivitäten zur derzeit laufenden Woche des Grundeinkommens.

Herzliche Grüße

Bernd Kirchhof

PS Mit “Kulturprogramm” meinen wir, dass es bei der Auftaktveranstaltung nicht nur ernsthaft sondern auch unterhaltsam zugehen sollte; wenn möglich mit Auftritten von der Art des Musikkabarettisten Bodo Wartke, der sozusagen wie die Hymne der Grundeinkommensbewegung komponiert hat, hier bei Youtube aufzurufen.