Medienthemen - netzpolitik.org meint:

Tracking und Targeting: Wir brauchen ein Umdenken bei der Online-Werbung

Die belgische Datenschutzbehörde bringt die Welt der Überwachungswerbung ins Wanken. Zeit, sich endlich von diesem toxischem Geschäftsmodell zu verabschieden. Eine entscheidende Rolle könnten Verlage und Medienhäuser spielen, wenn sie sich nur endlich trauen würden.

Ein Kommentar von Ingo Dachwitz –

 

Digitale Medienprojekte argumentieren gegen Zeitungssubvention – Bund stoppt Planung – heise online, Newsticker, 27.4.2021, 17:59 Uhr, von Axel Kannenberg, mit Material der dpa. Zitat: Es war ein langes Hin und Her, wie genau der Staat in eine Förderung von Presseverlagen einsteigt. Millionen waren zugesagt, jetzt kommt das Aus. Das Bundeswirtschaftsministerium teilte am Dienstag auf Anfrage der dpa mit: Man habe “nach intensiver Prüfung der verfassungs-, haushalts- und beihilferechtlichen Umstände und nach sorgfältiger Abwägung aller betroffenen Interessen entschieden, das Programm zur Förderung der digitalen Transformation des Verlagswesens nicht weiterzuverfolgen”.

Die Geschäftsführung des genossenschaftlich organisierten Online-Magazins Krautreporter meint, dies sei “ein guter Tag für die Pressefreiheit.”

Berlin, 27.11.2020 — Die Bundesregierung will Tageszeitungen, Zeitschriften und Anzeigenblätter in den nächsten Jahren mit 220 Millionen Euro fördern. Mit dem Geld solle die “Medienvielfalt und -verbreitung” gefördert, der Journalismus gestärkt und der “dringend gebotene Transformationsprozess im Bereich der Abonnementzeitungen” befördert werden. Der hier zitierte Arbeitskreis Digitale Publisher hat sich gebildet, um gegen diese befürchtete Wettbewerbsverzerrung zu argumentieren. Darüber hat auch Zeit Online am 27.11.2020 berichtet: Digitale Verleger wollen gleichbehandelt werden.

Sebstian Esser, Geschäftsführer von Krautreporter, hat in der Berliner Zeitung erklärt, warum er die Subvention für falsch hält: “Die Regierung gibt den Verlagen das viele Geld, damit sie in den „Strukturwandel“ investieren, und versteht darunter „Online-Shops, Rubrikenportale und Apps sowie den Aufbau eigener oder verlagsübergreifender Plattformen zum Vertrieb der Inhalte“. Mit anderen Worten: Technologien, die viele Verlage schon lange verwenden, und die überhaupt nichts mit Journalismus zu tun haben. Rubrikenportale zum Beispiel – also Webseiten zum Verkauf von Auto-, Wohnungs- oder Kontaktanzeigen, ein extrem umkämpfter Markt – brauchen keinen Journalismus, um Geld zu verdienen, ebensowenig Online-Shops. Eigentlich fördert der Minister also den Ausstieg der Verlage aus dem Journalismus.”