Medienthemen - netzpolitik.org meint:

Tracking und Targeting: Wir brauchen ein Umdenken bei der Online-Werbung

Die belgische Datenschutzbehörde bringt die Welt der Überwachungswerbung ins Wanken. Zeit, sich endlich von diesem toxischem Geschäftsmodell zu verabschieden. Eine entscheidende Rolle könnten Verlage und Medienhäuser spielen, wenn sie sich nur endlich trauen würden.

Ein Kommentar von Ingo Dachwitz –

 

Der jüngste Springer-Skandal konnte nicht vertuscht werden, obwohl es von mächtigen Zeitungsverlegern versucht worden ist. Die Geschichte bis zum Rauswurf des Bild-Chefredakteurs am 18.10.2021 kommentiert Markus Reuter auf netzpolitik.org. Er hebt hervor, dass unabhängiger Journalismus vor allem im deutschen Online-Medium übermedien und in der New York Times die Öffentlichkeit darüber informieren konnte, mit welchem Verhalten der Ex-Chef von Bild den Laden geführt hat. Die dazu dokumentierten Vertuschungsversuche in deutschen Zeitungsverlagen lenken erst recht den Blick auf die Information, dass Springers mächtiger Chef Mathias Döpfner den Bild-Mann für seine permanente Anti-Corona-Kampagne gelobt hatte, indem er – Zitat – “allen Ernstes Julian Reichelt als letzten und einzigen Journalisten in Deutschland bezeichnet, der sich noch mutig gegen den neuen autoritären DDR-Staat auflehne. ” Markus Reuter wirft folgerichtig die Frage auf, ob Döpfner, der bei Springer “too big to fail” erscheint, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger bleiben kann.

Die Frankfurter Rundschau gehört dem Verleger Ippen, der die Veröffentlichung der Recherchen des Reportage-Teams, das ebenfalls zum Ippen-Konzern gehört, in den eigenen Blättern verhindert hat. Fraglich, ob der 81jährige Jurist Dirk Ippen (Porträt in der Süddeutschen Zeitung) alle Folgen bedacht hat, die seine Entscheidung auslöst. Die Redaktion der Rundschau hat heute, 20.10.2021, ein Gespräch mit dem Recherche-Team veröffentlicht: “Letztlich wird so auch unsere Arbeit sichtbarer.”