Kultur + Moral = Gesellschaft

Wer Steuern hinterzieht, gehört geächtet

VERDAMMT NOCH MAL ! Wutausbruch von Frederik Obermaier und Bastian Obermayer. Sie gehören zum investigativen Team der Süddeutschen Zeitung und wühlen seit fast zehn Jahren in riesigen Datenmengen, um zahllose Steuervergehen und -verbrechen aufzudecken. Die Experten schätzen, dass “zwischen 5,6 und 32 Billionen Dollar – was dem Bruttoinlandsprodukt der USA entspräche – in Steueroasen versteckt werden.” Am Ende des Textes kommen die beiden Autoren zu diesen Vorschlägen: “Ganz grundsätzlich: Lasst uns über all das mehr reden. Mit den Nachbarn, in den Klatschspalten, im Fitnessstudio. Überall. Firmen, die Steuern hinterziehen, sollten von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen werden. Das geht schnell und wirkt. Steuerhinterzieher sollten aus Aufsichtsräten und Stiftungsvorständen gejagt werden, mit ein paar öffentlichen Protesten kann so etwas klappen, und auch das wird Eindruck hinterlassen. Und wo wir schon dabei sind: Weg mit dem Steuergeheimnis!

Auf den Spuren der Gier: Pandora Papers , Süddeutsche Zeitung , 3.Oktober 2021; Zitat: Seit Jahren beteuern Politiker weltweit, Steueroasen bekämpfen zu wollen. Jetzt enthüllen die Pandora Papers heimliche Offshore-Geschäfte von mehr als 330 Politikern und Amtsträgern aus fast 100 Ländern – darunter 35 derzeitige und ehemalige Staats- und Regierungschefs. Dazu gibt es diesen Hintergrundtext zum Rechercheprojekt: Woher kommen die Daten? Was ist an Steueroasen so schlimm? Und was hat das alles mit Deutschland zu tun?

Mordrate in den USA während der Pandemie um 30 Prozent auf 21570 Fälle gestiegen, meldet die Süddeutsche Zeitung am 13.Oktrober 2021: Gefährlich war es immer in den Großstädten der USA, aber in der Pandemie wurden Frust, Wut und Knarren zu einer tödlichen Mischung. Unterwegs in den Straßen von Philadelphia, wo es langsam zur Routine wird, die Toten einzusammeln. Von Hubert Wetzel, Philadelphia. Die New York Times berichtet am 30. Oktober 2021 von einem Video-Projekt, mit dem Aktivisten Kameraufnahmen von Polizeieinsätzen dokumentiert und ausgewertet haben. Sie beweisen Unterschiede zwischen dem, was die Polizei offiziell über die tödlichen Ereignisse verlauten ließ und dem, was die Bilder zeigen.

In den letzten fünf Jahren wurden in den USA jährlich rund 1.000 Menschen von Polizeikräften im Dienst erschossen. Das Risiko, von Polizeikräften erschossen zu werden, ist dort viel höher als in anderen liberalen Demokratien – im Vergleich zu Deutschland rund 24 mal höher.
Die Mehrheit der von der Polizei erschossenen Menschen in den USA sind weiß.Allerdings werden Schwarze und Hispanics überproportional oft von Polizeikräften erschossen. In den USA ist das Risiko für Schwarze knapp 3,7 mal so hoch wie für Weiße. Für Hispanics ist es knapp doppelt so hoch.

Katapult hat diese Information im Newsletter im Juni 2020 verbreitet. In dem Magazin, das es seit März 2015 “nur auf Papier” gibt, werden “aus den Statistiken und Studien der Sozialwissenschaften vereinfachte und detaillierte Grafiken” geschaffen.