Die entscheidende Frage für meine Gesundheit lautet: Wer kocht?

Dass Essen und Gesundheit unmittelbar zusammengedacht werden müssen, ist eigentlich sehr logisch – der Mensch ist, was er isst. Für das digitale Magazin REPUBLIK in Zürich hat Marie-José Kolly die Rahmenbedingungen für die Ernährung der Menschen seit der Erfindung des Feuers beschrieben. Sie kann erklären, was vorausgegangen ist, WENN ESSEN KRANK MACHT. Mit statistischen Belegen wird der weltweit erkennbare Zusammenhang bewiesen von der wachsenden Zahl nicht ansteckender Krankheiten – z.B. Diabetes Typ 2 – mit dem wachsenden Markt für industriell produzierte Nahrungsmittel.

Gut belegbar ist das für China, mit einem verblüffenden Teilergebnis, Zitat: “Wichtig ist: Über die 30 untersuchten Jahre nahm die Zahl der verzehrten Kalorien in China nicht zu. Sie nahm ab. Was zunahm, war einerseits der Anteil der industriell verarbeiteten Nahrung und andererseits der Anteil an tierischen Produkten. Auch bei den Kalorien gilt also: Qualität vor Quantität.”

Die Republik-Autorin zitiert am Ende Stimmen aus der Wissenschaft mit ganz praktischen Tipps für den Ernährungsalltag, beginnend mit der entscheidenden Frage:

Wer kümmert sich ums Kochen? Diese Frage wird die Zukunft unseres Essens bestimmen. «Wenn Sie für Ihre Gesundheit etwas tun wollen, kochen Sie selbst», sagte die Ernährungs­forscherin Christine Brombach von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zur Republik. Denn sonst kochen diejenigen, die dafür bezahlt werden. Und die würden Wege finden, uns so schnell und so billig wie möglich abzuspeisen, sagt der Experte für Essverhalten Harry Balzer.

«Essen Sie alles, was Sie wollen», sagt Balzer, «und geniessen Sie es.» Sie wollen Apfel­kuchen? «Essen Sie heute Abend einen ganzen Apfelkuchen.» Mit Keksen und Glace? «Essen Sie alle Kekse, die Sie heute Abend schaffen, und alle Glace. Sie müssen nur etwas tun: Machen Sie sie selbst, den Kuchen, die Glace, die Kekse.»

Sie wissen, was dann passiert. Wenn Sie auf Balzer hören, werden Sie heute Abend vermutlich weder Apfel­kuchen noch Kekse noch Glace essen.”


Das schweizerische Magazin arbeitet seit 2017 werbefrei von Mitgliedschaften finanziert unter dem Motto: “Ohne Journalismus keine Demokratie.” Gemeint ist natürlich nicht irgendein Journalismus sondern der mit diesem poetischen Anspruch: “Guter Journalismus schickt Expeditionsteams in die Wirklichkeit.” Für das deutsche Medienprojekt PIQD hat die Krautreporterin Silke Jäger den Beitrag aus Republik verlinkt, und heute (18.10.2021) hat der tägliche Krautreporter-Newsletter das Thema aufgegriffen.