Süddeutsche Zeitung: Schon der erste Stich verhindert 65 Prozent der Covid-Infektionen, aber den perfekten Schutz gibt es nicht / Die reichen Länder pfeifen auf Fairness

Pandemie

Wissenschaft lebt vom Irrtum

Die Wissenschaft ist gefragt wie nie, stellt Die Zeit in der Ausgabe am 24.9.2020 fest. Ein Gespräch mit vier Forscherinnen und Forschern über ihr Verhältnis zur Politik von  Tina Hildebrandt und Elisabeth Raether. Mittendrin das schöne Zitat: “Ina Schieferdecker: Die Suche nach Wahrheiten sollte zwar im Ziel absolut sein. Aber wir stellen über die Jahrhunderte, Jahrtausende fest, dass Wahrheiten relativ sind….ZEIT: Die Wissenschaft lebt vom Irrtum? Schieferdecker: Absolut! Das ist eine absolute Wahrheit, würde ich sagen. (allgemeines zustimmendes Lachen)” Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber, Physikerin Viola Priesemann, Agrarökonom Joachim von Braun und Informatikerin Ina Schieferdecker erzählen von ihren Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit “der” Politik. Am Ende stellt Schellnhuber fest: “Kontrollverlust ist das Schlimmste für die Politik. Dafür wird auf vielfache Weise bestraft, wer noch im Amt ist. Vor langfristigem Kontrollverlust, wie beim Klimawandel, hat die Politik keine Angst, obwohl wir da kurz vor dem kompletten Kontrollverlust stehen. Aber wer wird dafür bestraft oder zur Rechenschaft gezogen werden? Niemand. Das ist eine grundsätzliche menschliche Eigenschaft: Kurzfristig sind wir ziemlich gut, aber langfristig sauschlecht.”