Süddeutsche Zeitung: Schon der erste Stich verhindert 65 Prozent der Covid-Infektionen, aber den perfekten Schutz gibt es nicht / Die reichen Länder pfeifen auf Fairness

Pandemie

Beispiel Schweden

“Die zweite Welle wird uns viel härter treffen,” meint der Epidemiologe Klaus Stöhr auf Zeit Online, 14.10.2020. Er lobt zwar die Erfolge des deutschen Umgangs mit der Pandemie, vermisst aber eine langfristige Corona-Strategie der Bundesregierung – und empfiehlt Schweden als Vorbild. Dazu weist er die Interpretation, Schweden erlaube sozusagen die gefährliche Durchseuchung der Bevölkerung, als falsch interpretiert zurück. Letzter Satz im Interview von Ulrich Bahnsen und Edda Grabar : “Diese Pandemie wird nicht durch Impfstoffe beendet, sondern durch das Virus selbst.”

Zeit Online berichtet über Schweden, wo die zu Beginn der Pandemie beschlossenen Massnahmen unverändert gelten. Für seinen Sonderweg wurde Schweden heftig kritisiert. Aktuell sind die Infektionszahlen niedriger als in anderen Ländern. Hatte das Land doch die richtige Strategie? Von Christian Stichler, Stockholm, 25.9.2020. Mitten im Bericht über Schweden warnt der Medizinhistoriker Philipp Osten in einem Video, Pandemien seien auch früher nach dem ersten – relativ harmlosen – Verlauf überraschend wieder aufgeflammt. Die zweite Welle sei tödlicher als die erste verlaufen, wenn die Gegenmassnahmen nicht strikt weiter eingehalten worden seien.