Schweizer Initiative fordert Subvention nur noch für Landwirtschaft ohne Pestizide

Die Schweizer Bevölkerung soll am 13. Juni 2021 über eine Initiative abstimmen, mit der die Subventionen für die Landwirtschaft komplett den Betrieben vorbehalten werden sollen, die auf den Einsatz von Pestiziden und Antibiotika verzichten. Am internationalen Weltwassertag hat das Initiativkomitee argumentiert, die schweizerische Landwirtschaftspolitik setze «Fehlanreize, die eine Lebensmittelproduktion fördern, die von Pestiziden, Importfutter und Antibiotika abhängig ist.» Darüber berichtet die Berner “online Newsplattform Nau.ch”, verlinkt vom Newsletter des Vereins Mehr Demokratie e.V.

Zitate aus dem Bericht:

Eine Million Menschen würden derzeit mit pestizidbelastetem Trinkwasser beliefert, das den Lebensmittelhöchstwert überschreitet, sagte Roman Wiget, Präsident des Trinkwasserverbands. Dieser Trend müsse gestoppt werden. «Eigentlich geht es schlicht und einfach um Vernunft.»Biobauer Markus Bucher, der vor Jahren selber auf pestizidfreie Produktion umgestellt hat, erwähnte die Vorteile eines Umbaus der Landwirtschaft: «Wenn wir die Nutztierbestandesgrössen an die Landflächen der Umgebungen anpassen, fallen Futtermittelimporte und regionale Überschüsse an Gülle und Mist weg.»

Laut Klimaforscher Thomas Stocker leistet die Trinkwasserinitiative zudem einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz: Durch eine landwirtschaftliche Produktion, die die Ressource Trinkwasser wesentlich weniger belaste, gelangten letztendlich auch weniger Treibhausgase in die Atmosphäre.

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«Es bleibt uns nichts anderes möglich, als die Vorgaben der Natur umzusetzen», sagte Martin Ott, Experte für Biolandbau. Es gehe nicht um ein absolutes Verbot von Pestiziden und Antibiotika. Es gehe nur darum, «falsch bezahlte Anreize zu stoppen».


Quelle: Presseschau des e.V. Mehr Demokratie, 23.3.2021 (Email presseschau@mehr-demokratie.de), verlinkt auf die mit Werbung finanzierte Website der Redation von Nau.ch