Thema Natur

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Der Wald lebt – aber wie lange noch?

Tina Baier und Marlene Weiß (Süddeutsche Zeitung) führten ein Gespräch mit Jürgen Bauhus, Waldbau-Professor an der Universität Freiburg, und Pierre Ibisch, Professor für Naturschutz an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Zitat:

Inzwischen sind nur noch 20 Prozent der Bäume intakt. Sind Baum- und Waldsterben da noch zu trennen?

Ibisch: Selbst dort, wo momentan Bäume sterben, selbst nach Extremsommern und Dürre, sieht man immer noch: Der Wald lebt, neue Bäume wachsen nach, Arten ersetzen sich, die Dynamik funktioniert.

Also nur die Ruhe? Der Wald macht das schon?

Ibisch: Nein, ich mache mir große Sorgen. Wenn die Klimaschutzbemühungen weiter versagen, dann ist es keineswegs gesichert, dass es bei uns immer Wald geben wird. Es ist nicht selbstverständlich, dass langlebige Organismen wie Bäume mit den Witterungsextremen zurechtkommen, die uns drohen. Wenn der Stress zu groß wird, werden einjährige oder krautige Arten und Sträucher begünstigt. Im schlimmsten Fall könnten Waldsteppen mit hohem Grasanteil entstehen. Das sollten wir vermeiden.

Süddeutsche Zeitung, 4. Oktober 2020