Aktuell: Es ist eine Herausforderung, bei so viel Komplexität nicht dem eigenen Lieblingsnarrativ zu erliegen

Die Viruskrise

Das Ifo-Institut und die statistische Signifikanz

29.Mai 2020, scienceblogs.de; von Joseph Kuhn, zum Thema “Übersterblichkeit”, das vom wirtschaftsnahen ifo-Institut in einer Pressemitteilung Mitte Mai aufgegriffen wurde mit der Interpretation, es handele sich in der deutschen Statistik um “Zufallschwankungen, nicht mehr.” Der Gesundheitswissenschaftler Josef Kuhn fühlt sich davon im Scienceblog-Beitrag an den Lehrer Bömmel im grandiosen Film “Die Feuerzangenbowle” erinnert, Zitat:

„Wat is´n en Effekt? Da stelle ma uns mal janz dumm, und sagen, en Effekt is‘n jroßer, runder, schwarzer Raum mit zwei Löchern. Durch das eine kommt die Signifikanz rein, un das andere krieje ma späta.“ … Die Frage ist, ob man sich im Zusammenhang mit der Übersterblichkeit so dumm stellen darf, als ob man gar nichts wüsste und daher Daten, ganz wissensfrei, als ob sie auf reinem Zufall beruhen könnten, daraufhin testet, wie wahrscheinlich sie tatsächlich rein zufällig sind. … Die Sterbefälle, wie sie das Statistische Bundesamt berichtet und wie sie für die Ifo-Analyse verwendet wurden, stellen eine Vollerhebung dar und keine fehlerbehaftete Stichprobe aus welcher Grundgesamtheit auch immer. Wir wissen auch, dass der Beginn der nachzählbaren Übersterblichkeit gut zum Verlauf der Epidemie passt, dass die neuerdings zu beobachtende Abnahme der Übersterblichkeit ebenfalls gut zum Verlauf der Epidemie passt, dass der Effekt also sogar eine inhaltlich aussagekräftige Form hat, übrigens in Bayern ebenso wie in Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg, also gewissermaßen unabhängigen Stichproben.