Aktuell: Es ist eine Herausforderung, bei so viel Komplexität nicht dem eigenen Lieblingsnarrativ zu erliegen

Die Viruskrise

Anja Reschke im Interview:”Wir müssen uns jetzt wehren.

Sind die Medien in der Corona-Krise zu unkritisch? Ein Gespräch über Verantwortung, Erregungsjournalismus und das Verhältnis von Presse und Politik. Interview von Sara Maria Behbehani und Anika Blatz  –  1. Mai 2020, Süddeutsche Zeitung ; Zitat:

Seit April moderieren Sie den “After Corona Club im NDR und sprechen mit Fachleuten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Können Sie sich vorstellen, dass die Welt sich nach Corona zum Besseren verändert hat?

Ich habe noch keinen getroffen, nicht mal Ökonomen, die gesagt haben, die Welt würde schlechter. Ich habe niemanden erlebt, der gesagt hätte, wir müssten zurück zu einer Welt, wie sie vorher war. Man hat den Eindruck, dass jetzt viele Leute darüber nachdenken, ob das alles so richtig war, was wir gemacht haben. So schlimm es für einzelne Existenzen wird, ich bin davon überzeugt, dass man als Masse gestärkt aus Krisen hervorgeht.

Die Pressefreiheit auch?

Die Pressefreiheit ist jetzt erst richtig gefordert: Wir müssen darauf achten, dass die Einschränkung der Grundrechte auch wieder zurückgedreht wird. Das ist eine sehr schöne Aufgabe sowohl für die Opposition als auch für Journalisten.