Wissen über Ungleichheit muss Folgen haben

Vermögensverteilung: Das obere Prozent hat mehr als vermutet

Bisher waren die Vermögen der reichsten Deutschen eine Blackbox. Forscher haben sie nun geöffnet. Ihre Daten zeigen: Die Vermögen sind ungleicher verteilt als gedacht. Von Fabian Dinklage, Annick Ehmann, Philip Faigle, Vanessa Vu, Paul Blickle und Julian Stahnke 14. Juli 2020, Zeit online. Zitat:

Dieser Artikel ist Teil des ZEIT-ONLINE-Schwerpunktes “Die Vermögenden” aus unserem Ressort X. Eine Auswahl weiterer Schwerpunkte finden Sie hier.In drei Jahren Recherche haben die Ökonominnen und Ökonomen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) die Vermögensverhältnisse am oberen Rand der Bevölkerung zusammengetragen. Es ist die erste Untersuchung der Vermögensmillionäre in Deutschland, die auf einer Zufallsstichprobe basiert – und nicht wie bisher auf Schätzungen oder journalistisch recherchierten Reichenlisten von Forbes oder dem manager magazin. Die Studie liegt ZEIT ONLINE vor.

Das politisch relevanteste Ergebnis: Die Verteilung der Nettovermögen – also des Vermögens nach Abzug der Schulden – ist in Deutschland weit ungleicher als bisher angenommen. Den obersten zehn Prozent der Bevölkerung gehören nicht etwa wie bisher geschätzt 59 Prozent der Vermögen. Sie besitzen rund zwei Drittel. Im reichsten Prozent steigt der Anteil von bisher knapp 22 Prozent auf rund 35 Prozent.