Geeignet und finanzierbar – Fünf Thesen für das Grundeinkommen

Netzzitat Montag, 27.4.2020, Perspective Daily, von Chris Vielhaus

Das Online-Medium Perspective Daily versteht sich als Teil der weltweiten Bewegung für Konstruktiven Journalismus, der in der kurzen Selbstdarstellung von der Redaktion so beschrieben wird: Wir sind der Überzeugung, Online-Medien sollten mehr tun, als Skandale aufzudecken und mit minütlichen Updates um Aufmerksamkeit zu buhlen. Wir glauben, sie können neben Problemen auch Visionen und Lösungen diskutieren. In diesem Geist hat der Autor Chris Vielhaus Argumente für die Einführung des allgemeinen Grundeinkommens dargelegt. Er meint: “Die Zeit ist reif für das Grundeinkommen.” Er mahnt aber auch, es gebe kein einfach auszuwählendes Modell zur Ausgestaltung und ruft auf zur ernsthaften politischen Diskussion. Zitate aus dem Beitrag (Lesedauer etwa zehn Minuten) in der heutigen Ausgabe des Online-Mediums:

Ein Grundeinkommen schafft Sicherheit, gerade dann, wenn es zu Brüchen in der Biografie kommt. Dann bietet es eine finanzielle Grundsicherung für alle, ganz ohne bürokratische und soziale Hürden. Dieser Wunsch nach Sicherheit wird in einer sich rasant verändernden Arbeitswelt immer größer werden.

Ob Coronalastenausgleich, Vermögens- oder Finanztransaktionssteuer: Wir müssen einen Schritt wagen weg von einer Psychologie des Mangels hin zu einer Psychologie des Überflusses. Denn Reichtum ist auf der Welt zur Genüge vorhanden, die Frage ist nur, wie wir ihn verteilen.

Die Einführung eines Grundeinkommens würde den Einstieg in die Finanzierung von Care-Arbeit bedeuten. Und könnte damit zu einem neuen Verständnis von Arbeit beitragen. Denn Arbeit ist nicht nur das, was unmittelbar zu wirtschaftlicher Wertschöpfung beiträgt.

...Bevor wir uns vom alten verabschieden, sollten wir uns sehr genau überlegen, wie das neue aussehen soll. Die Idee eines Grundeinkommens ist aber zu vielversprechend, um sie nicht ernsthaft politisch zu diskutieren. Der Zeitpunkt dafür könnte nicht besser sein.