Notizen und Termine

Podcast informiert über Hilfen im Krisenalltag

Seriöse Informationen über wirtschaftliche Themen sind nicht so ganz einfach von denen zu unterscheiden, die schlicht darauf abzielen, etwas zu verkaufen. Finanztip ist eine seriöse Quelle mit breitem Themenspektrum, geleitet von Franz-Josef Tenhagen, dem ehemaligen Chefredakteur der Zeitschrift Finanztest. Im wöchentlichen Newsletter gibt es viel Futter für Schnäppchenjäger, aktuell erweitert die Redaktion ihr Angebot um den Podcast zum Thema Folgen der Corona-Krise. Tenhagen schreibt dazu: “Am Anfang waren es meist Sorgen um die gebuchte Reise oder das eigene Depot, inzwischen geht es immer öfter auch um die nackte wirtschaftliche Existenz. Wir bei Finanztip wollen Euch in dieser unsicheren Situation beistehen. Mit sauber recherchierten Informationen und ganz praktischen Tipps für den Alltag in der Krise.”

In der Selbstdarstellung der Redaktion heißt es: “Finanztip ist gemeinnützig. Alle unsere Überschüsse gehen in die Arbeit zur Information der Verbraucher. Die Arbeit unserer Experten und Redakteure unterliegt dem strengen Kodex des Deutschen Presserats. Mehr zu unserer Arbeitsweise lesen Sie hier.

correctiv sammelt Texte für eine Chronik dieser Zeit Virusbedingter Isolation

correctiv ist ein werbefreies journalistisches Projekt und nennt sich selbst “das erste gemeinnützige Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum.” Aufsehen hat correctiv unter anderem erregt mit Recherchen über Steuerskandale und mit der Beteiligung an der umfassenden Dokumentation von Eigentum an Grund und Boden (“Wem gehört die Stadt?”) Nun ruft die Redaktion dazu auf, persönliche Erfahrungen vor allem aus dem beruflichen Alltag in dieser Zeit der Virusbedingten Isolation zu berichten: “Für uns ist die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger am Journalismus sehr wichtig. Daher haben wir eine Plattform entwickelt, auf der jede Einzelne gezielte Informationen zu einem Thema beitragen kann. Sie wissen am besten, wie die Lage vor Ort ist, welche Probleme auftauchen, wer sie verursacht und vielleicht auch, wie sie zu lösen sind. Daher stellen wir Ihnen ein paar Fragen und geben Ihnen die Möglichkeit, über Ihre Erfahrungen zu berichten oder auch Dokumente hochzuladen. Mit Ihren Informationen recherchieren wir und berichten darüber. Es ist eine außergewöhnliche Zeit. Aus den vielen Geschichten kann am Ende eine Chronik über diese Zeit entstehen.
Wie betrifft Sie die Corona-Krise? Schreiben Sie uns! (correctiv.org)”

“Grundeinkommen jetzt” hat im Netz mehr als 400.000 Unterschriften gesammelt

Auf der Plattform change.org hat Tonia Merz innerhalb kurzer Zeit 412000 Unterschriften für ihre Forderung nach Grundeinkommen gesammelt (Stand 27.3. um 17:30 Uhr.) Sie meint: “Eine bessere Möglichkeit, das Konzept Grundeinkommen zu testen gibt es nicht – in der Krise liegt die grösste Chance.

verdi verbreitet Petition für 90 Prozent Kurzarbeitsgeld

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat über die Plattform change.org eine Petition verbreitet, in der gefordert wird, das Kurzarbeitsgeld aktuell auf 90 Prozent des Nettoentgeltes anzuheben (das habe ich auch unterschrieben.) verdi argumentiert einleitend: “Die Corona-Krise hat das öffentliche Leben fest im Griff. In der Politik fallen gerade sehr wichtige Entscheidungen. Aus der Corona Krise wird für viele nun eine Wirtschaftskrise. Millionen Arbeitnehmer sind nun auf Kurzarbeitgeld (KuG) angewiesen. Wir haben nicht viel Zeit!”  und stellt am Ende fest: “Jede*r leistet seinen oder ihren Beitrag in der Krise. Und wir sagen Danke an alle die, die uns versorgen – egal ob in der Pflege, dem Handel oder Fahrpersonal im ÖPNV! Auch wer nicht arbeiten kann oder darf muss geschützt werden!” Stand 27.3. um 18 Uhr hat verdi fast 236.000 Unterschriften gesammelt.


Die Friedrich Ebert-Stiftung hat ihre öffentlichen Veranstaltung vorerst abgesagt und ein neues Angebot im Netz geschaffen, Titel: Der Rote Faden. Anmeldungen funktionieren nur über einen der beiden Messenger Threema oder Telegram, auf deren Download verlinkt wird. Die FES will mit dem Kurznachrichtendienst “zu relevanten politischen Debatten & wichtigen Jahrestagen” informieren und beschreibt sich selbst als “die älteste politische Stiftung Deutschlands. Benannt ist sie nach Friedrich Ebert, dem ersten demokratisch gewählten Reichspräsidenten. Als parteinahe Stiftung orientieren wir unsere Arbeit an den Grundwerten der Sozialen Demokratie: Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität.” ( 27.3.2020)


Die Ein-Themen-Partei Bündnis Grundeinkommen hat einen aktuellen Meinungs- und Informationsaustausch per Telefon organisiert. In der Mitteilung darüber heißt es:

“Die aktuelle Medienpräsenz zum Thema Corona Virus (COVID-19) sowie empfohlene Schutzmaßnahmen, lässt Fragen aufkommen und das nicht nur zu Hamstereinkäufen. Wem dazu der Chat bei Facebook und Co nicht mehr reicht, kann ab sofort TÄGLICH die BGE-Sprechstunde (Hotline) via Telefonkonferenz nutzen, um sich über aktuelle Themen sowie das Bedingungslose Grundeinkommen auszutauschen. Telefon: 030 / 63417989 Raum 5179, täglich von 21:00 – 23:00 Uhr.”

Darüber hinaus setzt die Partei in ihrem Newsletter Links auf die Aktion “Basiseinkommen, ein Projekt im Rahmen des von der Bundesregierung am vorigen Wochenende (22./23.März) inszenierten #WirVsVirus Hackathon , auf die Initiative “Expedition Grundeinkommen” , die in mehreren Bundesländern Volksbegehren vorbereitet, und auf die BGE-Community.


Zeit Online hat am 6. März ein Interview mit Professorin und Autorin Gabriele Winker veröffentlicht, in dem es um den Equal Care Day geht, den Tag im Jahr, an dem auf die großes Differenz in der Arbeitsteilung für alle Arten von unbezahlter Fürsorge hingewiesen wird (das ist alle vier Jahre der 29.Februar) Zitat:

ZEIT ONLINE: Die Organisation Oxfam hat vor Kurzem eine unglaublich klingende Zahl veröffentlicht: Weltweit leisten Frauen und Mädchen täglich über 12 Milliarden Stunden Haus-, Pflege- und Fürsorgearbeit – unbezahlt. Unterschätzen wir, wie viel “das bisschen Haushalt” tatsächlich ist?

Winker: Sicherlich. Ähnlich wie im weltweiten Durchschnitt kümmern sich Frauen in Deutschland täglich 4 Stunden und 10 Minuten unentgeltlich um andere Menschen, Männer dagegen nur 2 Stunden und 45 Minuten. Wenn man all diese Stunden Putzen, Kochen, Pflegen aufaddiert, stellt man fest: Insgesamt leisten die Menschen in Deutschland mehr unbezahlte Care-Arbeit als gegen Geld in einem Beruf zu arbeiten, nämlich 1,3-mal so viel. Das ist den allermeisten aber überhaupt nicht bewusst.

Das Netzwerk Grundeinkommen zitiert in seiner Mail über das Interview Professorin Winker mit diesem Plädoyer für radikales Umdenken: “Die Ziele wie ein bedingungsloses Grundeinkommen, die 30-Stunden-Woche oder den Ausbau von Kitas oder Pflegeheimen durchzusetzen, erfordert noch viel Arbeit an einer Verschiebung der Kräfteverhältnisse. Einfach wird das nicht. Unrealistisch jedoch ist es, mit weniger umfassenden Veränderungen eine echte Entlastung der Sorgearbeitenden zu erwarten… Dieses Programm als illusorisch zu bezeichnen, wäre selbst realitätsblind.” 


Die Gruppe “gerechte1komma5” entwickelt den Klimaplan von unten mit der Begründung: “Da die Regierung scheitert, Maßnahmen zu ergreifen, die der globalen Klimakrise angemessen sind, muss die Gesellschaft handeln.” Das Netzwerk Grundeinkommen hat in seinem aktuellen Newsletter (11.3.2020) auf das Projekt hingewiesen und aus dem Konzept zitiert : „Gerechtigkeit, Demokratie und Klimaschutz sind keine Gegensätze – das eine lässt sich nicht ohne das andere verwirklichen. Lösungsansätze sind nur dann ernst zu nehmen, wenn sie die Probleme nicht auf Kosten Anderer verlagern. Lösungen funktionieren nur dann, wenn sie auch von möglichst vielen Menschen mitgetragen werden. Dazu müssen diese Lösungen von unten kommen. Von uns. Für uns und alle kommenden Generationen.“


Manuela Schiffler vom Netzwerk Grundeinkommen teilt mit: “Nach fast zweijähriger Arbeit hat die “Arbeitsgruppe Finanzierung eines Bedingungslosen Grundeinkommens” der Initiativgruppe BGE Rhein-Main einen umfangreichen Zwischenbericht vorgelegt, der zehn Modelle eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) einer genauen Prüfung bezüglich ihrer finanziellen Aspekte unterzieht. Der Bericht ist ein aktueller und detaillierter Vergleich der finanziellen Aspekte eines breiten Spektrums von BGE-Modellen in Deutschland. Dadurch möchte die AG einen Beitrag zur Versachlichung der Debatte leisten und Interessierten helfen, sich eine eigene Meinung zu den Modellen zu bilden.


Der Kongress mit dem Titel “Zukunft für Alle” wird vom 25. bis 29. August 2020 auf dem Sportcampus der Universität Leipzig ausgerichtet, darauf weist das Netzwerk Grundeinkommen hin. Zitat aus dem Newsletter des Netzwerkes: “Veranstaltet wird der fünftägige Kongress vom Konzeptwerk Neue Ökonomie, gemeinsam mit einem basisdemokratischen Organisationskreis und einem Trägerkreis, bestehend aus einer Vielzahl von Partnerorganisationen. Dabei sind unter anderen: afrique-europe-interact, attac, Friedrich-Ebert-Stiftung, glokal, Heinrich-Böll-Stiftung, IG Metall, ILA Werkstatt und Kollektiv, medico, powershift, Robin Wood, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Stura der Universität Leipzig und viele mehr. Weitere Informationen zum Projekt Zukunft für alle gibt es hier. Um alle weiteren Neuigkeiten zum Kongress zu erhalten, kannst du dich außerdem in unseren Newsletter eintragen. ”