Auftakt für neue Allianz - Universität Freiburg gründet neuen Kompetenzverbund zur weiteren Erforschung des bedingungslosen Grundeinkommens

Institut will wissen, wie das Grundeinkommen möglich werden kann

Netzzitat 29.10.2019, Pressemitteilung der Uni Freiburg, veröffentlich in der Inernetzeitung Regiotrends

Ein festes und verlässliches Entgelt für alle Bürgerinnen und Bürger, das an keine Voraussetzungen oder Gegenleistungen geknüpft ist: Prof. Dr. Bernhard Neumärker von der „Götz Werner Professur für Wirtschaftspolitik und Ordnungstheorie“ der Universität Freiburg befasst sich schon seit einigen Jahren mit dem Konzept zum bedingungslosen Grundeinkommen (BGE). Nun hat die Universität, gekoppelt an die Götz Werner Professur, den Kompetenzverbund Freiburg Institute for Basic Income Studies (FRIBIS) gegründet. Ziel dieses internationalen und fächerübergreifenden Verbunds ist es, das bedingungslose Grundeinkommen in all seinen Facetten zu untersuchen und der Frage nachzugehen, wie diese Idee realisiert werden kann.

„Bei der Erforschung des vielschichtigen Reformkonzepts ist eine Zusammenarbeit über Fächer hinweg unerlässlich“, betont Neumärker. Der Kompetenzverbund organisiert unter anderem thematische Workshops und Tagungen. Neben Neumärker gehören zum Gründungsdirektorium Prof. Dr. Andrea Kiesel vom Institut für Psychologie, Prof. Dr. Bernhard Nebel vom Institut für Informatik, Prof. Dr. Gregor Dobler vom Institut für Ethnologie, Prof. Dr. Matthias Nückles vom Institut für Erziehungswissenschaft und Prof. Dr. Klaus Baumann von der Theologischen Fakultät.

Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ist, dass jedes Gesellschaftsmitglied, ganz egal welchen Alters oder sozialen Standes, monatlich eine regelmäßige Zahlung vom Staat bekommt. „Es geht unter anderen darum, dass Arbeit und Einkommen entkoppelt werden und Menschen dadurch Tätigkeiten übernehmen können, die gemeinnützig sind“, sagt Neumärker und ergänzt: „Es gibt genug Leute, die sich gern stärker ehrenamtlich engagieren möchten, dies aber nicht tun können, weil sie sich um ihr Einkommen kümmern müssen.“ Zwischen 1.000 und 1.500 Euro müsste das BGE derzeit liegen, schätzt der Ökonom. Ein reduzierter Sozialstaat sei die Folge, denn bei der partizipativen Variante des BGE könnten die Arbeitslosenversicherung und die Rente bis zur Höhe des Grundeinkommensbetrages wegfallen.

Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen geht der Ökonom davon aus, dass das BGE durchaus in den nächsten Jahren eingeführt werden könnte. Die jüngere Generation mache sich viele Gedanken darüber, was für ihre Zukunft wichtig ist. „Das BGE ist meiner Ansicht nach genauso wichtig wie die Schonung der Umwelt, weil es die Menschen schützt und ihnen Teilhabe gewährt“, betont Neumärker.

(Presseinfo: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 29.10.2019)