Parteizeitung Vorwärts interviewt Philip Kovce über die Idee vom BGE

Wer führt die SPD ins Jahrhundert der Digitalisierung?

Netzzitat 9.11.2019, Vorwärts

Im neuen sozialen Netzwerk WT:Social gibt es ein SubWiki zum Thema “Grundeinkommen – Basic Income.” Darin postet Gerhard Schuster unter dem Zitat „Wer gute Arbeit fördern will, muss ein bedingungsloses Grundeinkommen fordern“ ein Interview der SPD-Zeitung Vorwärts mit Philip Kovce, dem Ökonomen und Philosophen, der ein aktuelles Buch über die Debatte um das Bedingungslose Grundeinkommen veröffentlicht hat. Auszug aus dem Vorwärts-Text :

Die SPD hat in den vergangenen Monaten intensiv über das bedingungslose Grundeinkommen diskutiert. Generalsekretär Lars Klingbeil hat u.a. ein Grundeinkommensjahr vorgeschlagen. Wie bewerten Sie das?

Die SPD begeht in meinen Augen den großen Fehler, ausgerechnet das, was nichts mit einem bedingungslosen Grundeinkommen zu tun hat, als Grundeinkommen verkaufen zu wollen. Wenn Lars Klingbeil ein staatlich bezuschusstes Sabbatical wohlklingend Grundeinkommensjahr nennt oder Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller von einem solidarischen Grundeinkommen spricht, wo es de facto um Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen geht, dann ist das Augenwischerei und kommt ganz und gar nicht gut an. Vor allem diskreditiert es die ernsthaften Bemühungen zahlreicher Mitglieder, Kreisverbände und auch Teile der Jusos, vom Grundeinkommen nicht nur begrifflich zu profitieren, sondern die SPD mit einem eigenen Grundeinkommensmodell aus dem 19. Jahrhundert der Industrialisierung ins 21. Jahrhundert der Digitalisierung zu führen.

Der Vorwärts weist auf das Buch von Kovce hin: Philip Kovce, Birger P. Priddat (Hg.) Bedingungsloses Grundeinkommen. Grundlagentexte, Suhrkamp Verlag, Berlin 2019, 514 Seiten, 26 Euro