Blog und Buch zum BGE

Wer sich mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) befasst, stösst einerseits schnell auf kritische Fragen, zum Beispiel: “Wer soll das bezahlen?” Auf der anderen Seite stehen bei näherer Betrachtung einleuchtende Argumente dafür, zum Beispiel : “Die Sicherung der materiellen Existenz hat einen sehr positiven Einfluss auf die Gesundheit der Menschen.” In der Broschüre von Daniel Häni und Philip Kovce (sh nebenstehender Buchtitel, ISBN 978-3-7110-0120-7 ) sammeln die Autoren “95 Thesen zur Befreiung der Arbeit”, mit denen für das BGE argumentiert werden kann. Am Anfang stehen Aussagen prominenter Wissenschaftler und Künstler (Josef Beuys: “Auf Einkommen besteht ein Menschenrecht”). Die Zitate beginnen mit einem Wort von Thomas Morus, englischer Politiker im 16. Jahrhundert: “Es wäre besser, jeden mit einer Art Lebensunterhalt zu versorgen, damit niemand zu der grausigen Not gezwungen wird, zuerst ein Dieb und dann eine Leiche zu werden.”


SPD-Parteizeitung Vorwärts interviewt Philip Kovce zur Idee vom BGE

Im neuen sozialen Netzwerk WT:Social gibt es ein SubWiki zum Thema “Grundeinkommen – Basic Income.” Darin postet Gerhard Schuster unter dem Zitat „Wer gute Arbeit fördern will, muss ein bedingungsloses Grundeinkommen fordern“ ein Interview der SPD-Zeitung Vorwärts mit Philip Kovce, dem Ökonomen und Philosophen, der ein aktuelles Buch über die Debatte um das Bedingungslose Grundeinkommen veröffentlicht hat. Auszug aus dem Vorwärts-Text :

Die SPD hat in den vergangenen Monaten intensiv über das bedingungslose Grundeinkommen diskutiert. Generalsekretär Lars Klingbeil hat u.a. ein Grundeinkommensjahr vorgeschlagen. Wie bewerten Sie das?

Die SPD begeht in meinen Augen den großen Fehler, ausgerechnet das, was nichts mit einem bedingungslosen Grundeinkommen zu tun hat, als Grundeinkommen verkaufen zu wollen. Wenn Lars Klingbeil ein staatlich bezuschusstes Sabbatical wohlklingend Grundeinkommensjahr nennt oder Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller von einem solidarischen Grundeinkommen spricht, wo es de facto um Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen geht, dann ist das Augenwischerei und kommt ganz und gar nicht gut an. Vor allem diskreditiert es die ernsthaften Bemühungen zahlreicher Mitglieder, Kreisverbände und auch Teile der Jusos, vom Grundeinkommen nicht nur begrifflich zu profitieren, sondern die SPD mit einem eigenen Grundeinkommensmodell aus dem 19. Jahrhundert der Industrialisierung ins 21. Jahrhundert der Digitalisierung zu führen.

Der Vorwärts weist auf das Buch von Kovce hin: Philip Kovce, Birger P. Priddat (Hg.) Bedingungsloses Grundeinkommen. Grundlagentexte, Suhrkamp Verlag, Berlin 2019, 514 Seiten, 26 Euro
Netzzitat 9.11.2019, Vorwärts

Ronald Blaschke, Netzwerk Grundeinkommen, komentiert: “Das von Philip Kovce und Birger P.-Priddat herausgegebene Buch „Bedingungsloses Grundeinkommen. Grundlagentexte“ füllt eine Lücke auf dem Buchmarkt zum Grundeinkommen. Dieses Buch versammelt eine Auswahl an Texten und Textauszügen aus sechs Jahrhunderten, geschrieben von tatsächlichen und vermeintlichen VordenkerInnen des Grundeinkommens.”


Stabile Zustimmung für BGE in der Bevölkerung – IW warnt vor Ungerechtigkeit – April 2019 – Ronald Blaschke zitiert aus DIW-Wochenbericht / Kommentar zu Thesen eines Ökonomen


Baukje Dobberstein, bloggende Ärztin und Europawahl-Kandidatin der Partei Bündnis Grundeinkommen, gibt diese “Empfehlung zur Bildung zum Thema BGE:  Diverse deutschlandweit etablierte Professoren, die sich wissenschaftlich mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen beschäftigen, haben an einer Ringvorlesung der Christian-Albrechtdes-Universität  zu Kiel teilgenommen. Die Beiträge  sind fast komplett auf Video aufgezeichnet und über die Website der Uni frei verfügbar. Hier ist eine sehr fundierte fachliche Weiterbildung möglich. ” Lesetipp auf Baukjes Blog: Thomas Straubhaar hat das Buch “Radikal gerecht : Wie das bedingungslose Grundeinkommen den Sozialstaat revolutioniert” (Edition Körber, Hamburg 2017) verfasst und darin ein ziemlich komplettes Konzept für das Bedingungslose Grundeinkommen beschrieben; Baukje Dobberstein hat das Buch rezensiert.


Der Schweizer Weg zum Grundeinkommen: Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung


Das Netzwerk Grundeinkommen rät zur Lektüre dieses Buches, Zitat aus der Rezension von Sepp Kusstatscher, ehemaliger EU-Abgeordneter aus Südtirol: “Beim Mandelbaum-Verlag erschien jüngst der Sammelband „Digitalisierung? Grundeinkommen!“, den Werner Rätz, Dagmar Paternoga, Jörg Reiners und Gernot Reipen herausgegeben haben. Das Buch basiert auf dem Frankfurter Manifest, das mir die Forderung nach einem emanzipatorischen Grundeinkommen im Zeitalter der Digitalisierung so komprimiert und fundiert erklärt wie kein Dokument zuvor.”


Historiker plädiert für Grundeinkommen und höhere Steuern: Wenn man es richtig macht, steigen Löhne für unverzichtbare Arbeit

Netzzitat 16.4.2019, Süddeutsche Zeitung, Interview von Susan Vahabzadeh mit dem Buchautor Rutger Bregmann

Der niederländische Historiker Rutger Bregman fordert ein bedingungsloses Grundeinkommen und höhere Steuern. Damit hat er in Davos die Reichen geschockt und Furore gemacht. Aber er kann es gut begründen. Zitat aus dem unbedingt lesenswerten Text:

Wenn es das Grundeinkommen gäbe – bestünde nicht die Gefahr, dass das System einfach jede Summe entwertet?

Das wäre schwierig, wenn man es richtig macht. Das Grundeinkommen, so wie ich es mir vorstelle, würde viele Freiheiten schaffen. Man könnte umziehen oder auch einen Job ablehnen, Arbeitnehmer könnten sich mehr Rechte erstreiten. Menschen müssten nicht mehr alle an die Orte ziehen, an denen es die Jobs gibt. Die Löhne für unverzichtbare Arbeit würden steigen, also die Gehälter von Lehrern, Krankenschwestern, Müllmännern. Aber ich kann mir auch schreckliche, verwässerte Versionen eines universellen Grundeinkommens vorstellen, wenn man es beispielsweise über die Mehrwertsteuer durch den Mittelstand finanzieren ließe. Oder man zerstört den Sozialstaat und gibt den Leuten nur eine kleine Bargeldauszahlung – fürchterliche Vorstellung.

Rutger Bregmans Buch “Utopien für Realisten” wurde in zwanzig Sprachen übersetzt.


Ein Manifest der alltäglichen KämpfeSo überschreibt die Website mit dem schönen Namen “In welcher Gesellschaft wollen wir leben?!” ihren Drang zu Veränderungen “zwischen Sofortprogramm, Richtungsforderungen und Utopien.” Das Manifest beginnt mit den Worten: “Wir sehen uns als Suchende und wir kämpfen für eine andere Gesellschaft: Weltweit sozial und ökologisch gerecht, alle Menschen einbezogen und mit gleichen Rechten, friedlich, selbstbestimmt und selbstorganisiert.”


Es ist keine brandneue Erkenntnis, dass Daten die neue Währung im Internet sind. Dabei entzieht sich dieses Milliardengeschäft komplett dem staatlichen Zugriff der aktuellen Steuergesetze weltweit. Schließlich geben Nutzer ihre Informationen kostenlos preis, weil sie dazu mit kostenfrei erhältlichen Anwendungen animiert werden. Für den Kommentator Claus Hulverscheidt in der Süddeutschen Zeitung (17.1.2018) legt das den Appell an die Politik nahe, der in der Überschrift auf den Punkt gebracht wird: “Besteuert Daten und Maschinen – nicht die Arbeit!” Zur Lektüre dringend empfohlen, nicht nur weil auch hier das Grundeinkommen als ein Teil der Lösung von sozialen Problemen angesprochen wird.


Typische Argumente für und Wider BGE präsentiert von Denkfabrik Grundeinkommen


Im Blog Freiheit statt Vollbeschäftigung   veröffentlichen Dr. Ute Fischer, Dr. Sascha Liebermann, Dr. Thomas Loer eigene und gesammelte Texte rund um das Bedingungslose Grundeinkommen, für das Sascha Liebermann bereits seit 2003 wissenschaftlich und publizistisch argumentiert.


Utopie mit Sprengkraft – Das Bedingunslose Grundeinkommen im digitalen Kapitalismus, Beitrag von Ronald Blaschke in Blätter für deutsche und internationale Poltitik 11/2017sehr lesenswerte Übersicht über die Bandbreite von unterschiedlichen Ideen, für die die Befürworter des Bedingungslosen Grundeinkommens eintreten (empfohlen von Michael Kopel)


Joachim Winters gehört dem Netzwerkrat des überparteilichen Netzwerkes Grundeinkommen an und gibt mit Hilfe der schweizerischen Initiative paper.li sein “The Joachim Winters Daily” heraus, Untertitel:  “Zeitungsartikel und andere Medienbeiträge rund ums bedingungslose Grundeinkommen u.v.m.”


Susanne Wiest hat die Idee 2008 mit einer Petition an den Bundestag zum Thema einer parlamentarischen Beratung gemacht.