Nahrungsergänzungsmittel sind nachweislich wirkungslos, manche sogar im Übermass gefährlich für die Gesundheit

Was die Natur mühelos schafft, gelingt nicht im Labor

Netzzitat Süddeutsche Zeitung, 29.4.2019, von Werner Bartens

Der Markt der Nahrungsergänzungsmittel wächst beständig. Aber Wissenschaftler warnen seit vielen Jahren, dass die Mittel nichts nutzen und die Gesundheit sogar gefährden können…Die plausibelste Erklärung dafür heißt: Die Mischung macht’s. Lebensmittelchemiker illustrieren dies gerne mit dem Apfel oder der Zitrone. In diesen Früchten sind etwa Tausend verschiedene Substanzen enthalten, noch sind nicht mal alle Inhaltsstoffe und ihre Bedeutung im Detail bekannt. In einem Vitaminpräparat befindet sich aber nur ein einziger Stoff; in einem Multivitaminpräparat sind es vielleicht ein Dutzend – und diese Menge reicht nicht. Offenbar braucht es die Interaktion der verschiedenen Substanzen im gewachsenen Lebensmittel, damit die Vitamine ihre Wirkung auf die Gesundheit entfalten. Die Natur bekommt das mühelos hin, im Labor oder in den Fertigungsstätten der Industrie gelingt das nicht – sodass die Produkte den Konsumenten eher schaden, statt ihnen zu nutzen.


Psychische Krankheit wurde oft “entlang gesellschaftlicher Werte definiert” Donnerstag, 28.März 2019, Süddeutsche Zeitung, von Werner Bartens, Auszug:

Im 20. Jahrhundert und bis in die Gegenwart wurden mal gesellschaftliche, mal biologische Auslöser als Ursachen für psychische Leiden betont, momentan dominiert der molekulare Diskurs. Wie nah Krankheiten entlang gesellschaftlicher Werte definiert werden, offenbart nicht nur die volatile Grenze zwischen Trauer und Depression oder zwischen Lebhaftigkeit und Aufmerksamkeitsdefizit.


Oxford Handbook: Die evolutionären Ursachen für Krankheiten Dienstag, 5.März 2019, idw

Bei der Frage, was Menschen krankmacht, reicht es nicht, auf genetische Faktoren, Umwelt, Keime, Gifte und Stoffwechselveränderungen zu schauen. Für ein umfassendes Verständnis muss die menschliche Natur in Bezug zur eigenen Stammesgeschichte gesehen werden. Mit dieser These befasst sich das neue „Oxford Handbook of Evolutionary Medicine“, das im Februar 2019 erschienen ist. Prof. Dr. Martin Brüne, Psychiater am LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, hat es gemeinsam mit Prof. Dr. Wulf Schiefenhövel, emeritierter Professor der Ludwig-Maximilian-Universität in München, im Verlag Oxford University Press herausgegeben.