Quellen für zuverlässige Infomationen über die Streitfrage:

Mit welcher Fragestellung wird über Schadstoffgrenzwerte diskutiert?

Mehr als 100 Lungenfachärzte bezweifeln, ob die Grenzwerte für Stickstoffdioxid im öffentlichen Raum richtig gesetzt sind. Wer prüfen will, ob solche Zweifel mit wissenschaftlichen Argumenten gerechtfertigt sind, findet in den unten stehenden Links auf umfangreiche Recherchen und Kommentare von correctiv.org, heute.de und sueddeutsche.de hinreichend Material für die Meinungsbildung. Selbstverständlich gilt der Grundsatz, alles verfügbare Wissen immer wieder auf den Prüfstand zu stellen. Forschung steht so oder so immer unter einer zielführenden Fragestellung. Wie so oft in der Gesellschaft geht es auch hier um den Konflikt zwischen wirtschaftlicher Vernunft und Schutz sowohl der Umwelt als auch Gesundheitsschutz für die Lebewesen, allen voran die Menschen, immer zuerst für die am meisten schutzbedürftigen. Wer aus diesem Blickwinkel fragt, wird eher wissen wollen, warum es nicht mehr und strengere Grenzwerte gibt, zum Beispiel für Feinstaub.

Und er wird sich wundern, warum ausgerechnet Ärzte ausgerechnet dann solche Zweifel in die öffentliche Debatte einbringen, wenn die Autoindustrie alle Register zieht, um Fahrverbote wegen Luftverschmutzung abzuwenden. Eine den Gesundheitsinteressen aller Menschen zugewandte Industrie wird sich konsequent die Aufgabe stellen, alle technischen Möglichkeiten zu suchen und zu finden, um Schadstoffe zu vermeiden. Leider fehlt das Vertrauen in die deutsche Autoindustrie, dass sie diese Herausforderung versteht und annimmt. Viele ihrer Chefs zogen in der Vergangenheit rücksichtslos alle Register für Täuschung und Betrug. Sie verdienen keine Unterstützung in der Abwehr von Grenzwerten, sondern nachhaltige Aufmunterung für das Streben nach Vermeidung von Gesundheitsgefahren.


Feinstaub und Stickoxide –  Die Tatenlosigkeit der Politik ist das Problem

sz online, 9.4.2019, Kommentar von Markus Balser, Berlin – Die Stellungnahme der angesehenen Wissenschaftsakademie Leopoldina im Abgasstreit ist ein klarer Auftrag an die Regierung. Sie soll Politik für jene machen, die unter den Folgen des Verkehrs leiden. 


sz online, 31.1.2019, Auszug aus dem Kommentar von Werner Barten – Manche Ärzte bemühten in der aktuellen Debatte den Freiheitsbegriff: unbegrenztes Fahren bei unbegrenztem Tempo. Das ist eine seltsame Vorstellung von Freiheit. Diese wird schließlich in liberalen Theorien nur so lange zugebilligt, wie sie anderen nicht schadet. Grenzwerte sind zum Schutz da. Werden sie überschritten, ist das nicht sofort tödlich, aber sie sollen Leid abwenden, besonders von Kindern, Alten, Kranken. Dass dieses Ansinnen nun ausgerechnet von Ärzten hintertrieben wird, ist erstaunlich. Es deutet auf andere Motive hin: Die Ideologie hat über die Wissenschaft gesiegt.


Süddeutsche Zeitung, 13.März 2018, Autor Werner Barten : Mehr Tote durch schmutzige Luft als durch Rauchen – Eine neue Studie bemisst den gesundheitlichen Schaden durch Luftschadstoffe weitaus höher als bisher angenommen wurde.

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/lungenaerzte-streiten-ueber-dieselabgase-darum-geht-es-100.html

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/feinstaub-stickoxid-grenzwerte-1.4299418

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/diesel-stickoxid-gesundheit-luft-feinstaub-abgas-1.4301212

Adventskränze sind nicht schlimmer als Diesel – der Stickoxid-Grenzwert ist trotzdem fragwürdig

heise online meldet am 28.1.2019: Viele alte Diesel aus Deutschland landen in Osteuropa und fügt am Ende des Beitrages eine Chronologie des Abgasmanipulationsskandals an.