Gemeinsam finden wir Antworten auf offene Fragen

Wir sind alle gleich gute Experten

Ob das Grundeinkommen für alle und ohne Vorbedingung geeignet ist, künftige soziale und wirtschaftliche Probleme in einer demokratischen Gesellschaft zu lösen, ist eine umstrittene Frage. Das kann auch gar nicht anders sein, denn mit dem Grundeinkommen würde es eine völlig veränderte Gesellschaft geben. Sollen wir das wirklich wollen?

Bringt das Grundeinkommen vielleicht sogar weniger statt mehr Sicherheit für Menschen ohne angeborenes Vermögen? Bringt das weniger statt mehr gerechter Verteilung von Chancen? Gelingt damit die notfreie Existenzsicherung? Bringt es zuverlässige Aussichten auf ein rechtssicheres Leben für Alle?

Wir können versuchen, uns diesen und vielen konkreteren Fragen mit einer neuen, ausführlichen Debatte zu widmen. Fragen wie diesen zum Beispiel: Was kostet das? Wie finanzieren wir das? Wie verhindern wir in der Folge eine Inflation? Welche Auswirkung hat das Grundeinkommen auf die Mieten? Wie verändern wir die Steuern? Wer braucht welche Unterstützung über das Grundeinkommen hinaus?
Wir könnten die Antworten in einer Gemeinschaft suchen, die vor allem eines gemeinsam hat: Den ehrlichen Anspruch, offene Fragen offen zu untersuchen und weitgehend überzeugende Antworten zu finden.
In dieser Gemeinschaft werden die Themen, die in geordneter Reihe bestimmt werden, nacheinander beleuchtet. Dazu werden Institute und Personen befragt, die zum jeweiligen Thema Kenntnisse einbringen können, über die reine Faktenlage und die Forschung, über geschichtliche Erfahrungen und über begründete Prognosen.
Jede und jeder ist eingeladen, sich an diesem Diskurs zu beteiligen.

Persönlich glaube ich, dass es wachsende Chancen auf ein überzeugendes Ergebnis gibt, je mehr Menschen mitmachen, die bisher wenig oder gar nicht politisch aktiv sind. Von ihnen verspreche ich mir Anregungen für Fragestellungen, die neu sind und auf die manche geübten Teilnehmer der politischen Debatten nicht so leicht stoßen würden. Das soll niemanden von der Beteiligung abhalten. Vielmehr soll das vielen Menschen Mut machen, daran zu glauben, dass wir alle gleich gute Experten sind in der Frage, wie wir leben wollen.

Es gibt einige naheliegende Einwände gegen die Idee, für alle Menschen im Land ein garantiertes Einkommen zu beschließen.

  • Manche sagen: ist unbezahlbar,
  • Andere sagen: dann arbeitet keiner mehr,
  • Und sehr bedenkenswert ist die Meinung: das ist unsozial, wenn zugleich die gezielte soziale Hilfe abgeschafft und unzureichend pauschal ersetzt werden soll.

Dagegen meine ich, mit dem Grundeinkommen wird es möglich,

  • Erziehung, Pflege und jegliches Ehrenamt sowie Kulturarbeit ohne Not zu leisten; dies alles wird künftig die angemessene Wertschätzung erfahren, gleichgestellt mit Erwerbsarbeit
  • Arbeit abzulehnen, für die eine Bezahlung unterhalb der Existenzsicherung angeboten wird
  • Zwei absehbare Probleme zu lösen, die mit Demografie und Digitalisierung zusammenhängen: trotz Mangel an Arbeitsplätzen die soziale Sicherheit zu gestalten, zur Wahrung des gesellschaftlichen Friedens.